Das Analysenzertifikat (COA — Certificate of Analysis) ist das zentrale Dokument bei der Bewertung von Peptidanbietern. Es belegt durch externe Laboranalyse, dass das gelieferte Produkt das ist, was es sein soll — und wie rein es ist. Aber nicht jedes COA ist gleich. Dieser Ratgeber zeigt, wie du ein COA Schritt für Schritt prüfst und welche Felder wirklich zählen.
Informationswebsite: Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Konsultiere bei Fragen zur Verwendung von Peptiden stets eine zugelassene Ärztin oder einen Arzt. Quelle: BfArM · AMG · ISO 17025 · Juli 2026.
Was ein gültiges COA enthält
Ein vollständiges, gültiges COA für Forschungspeptide enthält mindestens die folgenden Felder. Fehlt eines davon, ist das Dokument unvollständig — und der Anbieter sollte erklären können, warum.
Der Prüfablauf — 5 Schritte
COA vor dem Kauf anfordern
Bitte den Anbieter explizit um das COA der Charge, die du bestellen möchtest. Wenn der Anbieter kein chargenspezifisches COA vorlegt oder nur auf "Beispiele" verweist, ist das ein Ausschlusskriterium.
Chargennummer isolieren
Finde die Lot-Nummer im COA und notiere sie. Sie steht meist am Anfang des Dokuments. Wenn keine Chargennummer vorhanden ist, ist das COA ein Muster ohne Bezug zu deiner Lieferung — wertlos.
HPLC-Wert lesen und bewerten
Suche den Reinheitswert, üblicherweise unter "Purity by HPLC" oder "Reinheit (HPLC)". Der Wert muss ≥98,0% betragen. Alles darunter — insbesondere Werte unter 95% — ist für Forschungszwecke inakzeptabel.
LC-MS Identitätsbestätigung prüfen
Suche nach dem LC-MS-Ergebnis. Es sollte "Conforming", "Identity confirmed" oder eine gemessene Molekülmasse zeigen, die innerhalb von ±0,5 Da der theoretischen Masse des Peptids liegt. Kein LC-MS = keine Identitätsbestätigung.
Labor verifizieren
Suche den Labornamen im Internet. Ein akkreditiertes Labor hat eine eigene Website, eine vollständige Adresse und im besten Fall eine ISO 17025-Akkreditierungsnummer, die du über die nationale Akkreditierungsstelle prüfen kannst. In Deutschland ist die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) zuständig.
Häufige Fälschungsmerkmale
Auf dem grauen Markt sind gefälschte oder manipulierte COAs verbreitet. Diese Merkmale deuten auf ein nicht authentisches Dokument hin:
- Chargennummer fehlt oder ist generisch (z.B. "LOT-001")
- Laborname nicht im Internet auffindbar
- Analysedatum fehlt oder ist offensichtlich zu alt
- HPLC-Wert fehlt, ist nur als Text ("gut") angegeben, nicht numerisch
- LC-MS-Sektion fehlt vollständig
- PDF-Metadaten zeigen Erstellungsdatum nach Analysedatum
- Schriftbild und Layout wechseln innerhalb des Dokuments (Zeichen für Manipulation)
HPLC vs. LC-MS — der Unterschied
HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie)
HPLC trennt die Bestandteile einer Substanz nach Polarität auf einer Säule und misst deren Anteil. Ergebnis: Die Reinheit — wie viel Prozent der Probe das gesuchte Peptid sind. HPLC kann keine Identität bestätigen, nur den Reinheitsgrad messen.
LC-MS (Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie)
LC-MS kombiniert die Trennung durch Flüssigchromatographie mit der Massenanalyse. Ergebnis: Die Identität — durch Bestimmung der tatsächlichen Molekülmasse wird bestätigt, ob das Peptid tatsächlich die Substanz ist, die es sein soll. Nur LC-MS kann ausschließen, dass eine andere Substanz mit ähnlichem Chromatogramm vorliegt.
Merke: HPLC allein reicht nicht. Ein anderes Peptid kann zu 99% "rein" sein — aber es bleibt das falsche Peptid. Nur in Kombination (HPLC + LC-MS) ist die Qualität vollständig nachgewiesen.
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